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Das FrĂŒhstĂŒck: Die g’scheite Unterlage fĂŒr den Tag
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Das FrĂŒhstĂŒck

Die g’scheite Unterlage fĂŒr den Tag

Guten Morgen!

Ich habe es nicht vergessen, ich habe Ihnen fĂŒr diese Woche neue WM-Fragen versprochen! Die neuen Fragen kommen, sobald feststeht, welche Mannschaften ins Viertelfinale einziehen – und es wird weiterhin tolle Preise zu gewinnen geben.


Nun zum heutigen Thema: Nach einem Angriff auf einen Taxifahrer in Leoben, wird abermals ĂŒber die FPÖ und ihre Mitarbeiter aus dem rechtsextremen Milieu debattiert. Wie gewaltaffin sind die IdentitĂ€ren? Und stehen alle in der FPÖ hinter der Linie von Herbert Kickl, wonach sie nur eine „NGO von rechts“ seien?



Schreiben Sie mir →

Heute auf der Karte

Hauptsache: FPÖ und IdentitĂ€re: Wie steht es um Zusammenarbeit und Gewalt?

Tagesprogramm: Nationalrat beschließt neue SchulfĂ€cher, EU-Parlament und NATO-Gipfel tagen, Urteil im Prozess gegen Le Pen

PflichtlektĂŒre: Das GeschĂ€ft mit unsicheren MĂ€nnern: Zu Besuch bei einem Looksmaxxer

Zahl des Tages: So viele Menschen kommen ins Spital, weil Fehler bei der Einnahme von Medikamenten passiert sind

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HAUPTSACHE

FPÖ und IdentitĂ€re: Wie steht es um Zusammenarbeit und Gewalt?

Konstantin Auer

Ein IdentitĂ€rer, der bis vor Kurzem fĂŒr die FPÖ im Parlament arbeitete, soll in Leoben einen Taxifahrer angegriffen haben. Wie gewaltaffin ist die rechtsextreme Bewegung – und spaltet die Frage nach dem Umgang mit ihr die FPÖ?

GĂ€ste eines Burschenschafter-Fests in Leoben stiegen am 20. Juni in sein Taxi, sollen Nazi-Parolen von sich gegeben und „Sieg Heil“ gerufen haben. Als ihnen der Taxifahrer deswegen die Mitfahrt verwehrte, wurde er von mehreren Personen gewĂŒrgt, geschlagen und getreten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf WiederbetĂ€tigung und schwere Körperverletzung.

Unter den VerdĂ€chtigen sind langjĂ€hrige fĂŒhrende Kader der vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften „IdentitĂ€ren Bewegung Österreich“ (IBÖ). Das berichteten am Wochenende zunĂ€chst APA und „Standard“.

Neben dem deutschen StaatsbĂŒrger Yannick W. soll zu den VerdĂ€chtigen auch Gernot S. gehören. Beide waren zumindest bis zuletzt bei den IdentitĂ€ren aktiv, beide sind Mitglied bei der Burschenschaft Olympia – und besonders brisant: S., gegen den auch Ermittlungen wegen des Verdachts auf Verhetzung laufen, war bis vor Kurzem noch parlamentarischer Mitarbeiter des FPÖ-Abgeordneten Michael Oberlechner.

Nun will plötzlich keiner mehr mit ihnen zu tun haben: Die FPÖ teilte der APA mit, dass man sich vor wenigen Wochen von S. getrennt habe. Auf profil-Anfrage wollte Oberlechner zunĂ€chst nicht erklĂ€ren, wann genau und warum. Genau wie der FPÖ-Parlamentsklub, wo man auf den „Datenschutz“ verwies. Am Montagabend wurde jedoch eine Aussendung verfasst, in der man mitteilte, dass man das ArbeitsverhĂ€ltnis wegen der VorwĂŒrfe aus Leoben beendet habe. „Der betroffene ehemalige parlamentarische Mitarbeiter hat sich direkt bei mir beworben und war nur im Ausmaß von wenigen Wochenstunden angestellt. Ansonsten war in die Anstellung niemand eingebunden“, wird Oberlechner darin zitiert.  

Die IdentitĂ€ren selbst posteten auf „X“, dass die beiden VerdĂ€chtigen, obwohl sie bis zuletzt auf Veranstaltungen auftraten, „seit knapp einem Jahr weder aktive Mitglieder noch Sprecher unserer Bewegung mehr sind“ und man Gewalt grundsĂ€tzlich ablehne. Aber wie glaubwĂŒrdig sind FPÖ und IdentitĂ€re dabei?

Kriegs-, Kampf- und Gewaltmetaphern

„Das identitĂ€re VerhĂ€ltnis zur Gewalt ist ambivalent“, sagt Bernhard Weidinger, Rechtsextremismusforscher am Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW). Die Bewegung habe tatsĂ€chlich von Beginn an betont, „auf den offensiven Einsatz physischer Gewalt zu verzichten und das bislang auch weitgehend durchgehalten“.

Andererseits sei die identitĂ€re Rhetorik von Kriegs-, Kampf- und Gewaltmetaphern durchzogen. Man beschwöre Wehrhaftigkeit und Kampfbereitschaft und poche auf die Notwendigkeit von Kampfsporttraining und praktiziere dieses auch kollektiv. „Immer wieder rechtfertigt man Gewalttaten, wenn sie nach identitĂ€rer Ansicht die Richtigen getroffen haben“, so Weidinger. Außerdem könne das Ziel der Bewegung, die „ethnische Entmischung“, „nur mit massivem Gewalteinsatz“ umgesetzt werden. In diesem Sinne sei die gesamte Gruppierung „gewaltaffin“, wobei einzelne Personen mehr Bereitschaft zur körperlichen Konfrontation erkennen lassen als andere. Wie viele das sind, könne man nicht seriös sagen, sagt der Rechtsextremismusforscher.

Dass IdentitĂ€re immer wieder auch im Zusammenhang mit Gewaltverbrechen auftauchen, zeigt auch eine Liste, die die Plattform „Stoppt die Rechten“ veröffentlicht hat: 2020 wurden beispielsweise Personen mit IBÖ-Bezug verurteilt, die bei einem Brandanschlag mit Molotowcocktails auf eine Asylunterkunft im niederösterreichischen Himberg beteiligt waren. 2022 wurde ein IBÖ-Aktivist aus Salzburg nach einer Corona-Demonstration wegen grob fahrlĂ€ssiger Körperverletzung verurteilt. Nach einem Aufmarsch der IdentitĂ€ren im Juli 2025 in Wien wurden von Demo-Teilnehmern zwei unbeteiligte junge MĂ€nner in der U‑Bahn beschimpft, geprĂŒgelt und getreten. 

Bei derselben Demo stand beim Frontbanner der IdentitĂ€ren der 24-jĂ€hrige Thomas D., der wenig spĂ€ter in den Niederlanden wegen Verdachts auf Vorbereitung eines terroristischen Anschlags, illegalen Waffen- und Munitionsbesitzes sowie der Herstellung von Waffenteilen festgenommen wurde. „Es ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass diese Auflistung (nicht einmal annĂ€hernd) vollstĂ€ndig ist“, heißt es auf der Plattform.

Und das VerhĂ€ltnis zur FPÖ? Das Dokumentationsarchiv verweist seit geraumer Zeit auf ideologische und auch personelle Überschneidungen zwischen den Blauen und der IBÖ, die Parteichef Herbert Kickl in einem Interview 2021 als „NGO von rechts“ verharmloste. 

Steirische FPÖ will keine Zusammenarbeit

Die angebliche Trennung von S. sei vermutlich als „Notbremse“ zu verstehen, sagt Weidinger. AussagekrĂ€ftiger sei, dass er ĂŒberhaupt eingestellt wurde, obwohl lĂ€ngst bekannt gewesen sei, dass S. „hart an der Grenze zum Neonazismus“ zu verorten sei.

Auch fĂŒr Lukas Hammer, den Rechtsextremismussprecher der GrĂŒnen, Ă€ndert es zunĂ€chst wenig, dass S. nicht mehr fĂŒr die FPÖ im Parlament arbeitet: „Wir wissen, dass noch weitere identitĂ€re Kader bei der FPÖ, beziehungsweise bei deren Abgeordneten beschĂ€ftigt sind. Unter ihnen zum Beispiel eine Person, die selbst 2016 bei einem gewalttĂ€tigen Übergriff in Graz beteiligt gewesen sein soll.“ Damals wurden Gegendemonstranten mit Teleskopschlagstöcken attackiert.

profil berichtete etwa ĂŒber den IdentitĂ€ren Andreas Hinteregger, der fĂŒr den Abgeordneten Maximilian Weinzierl arbeitet, und ĂŒber Fabian Rusnjak, der fĂŒr den Abgeordneten Sebastian Schwaighofer tĂ€tig ist. Hammer fordert von Kickl und NationalratsprĂ€sident Walter Rosenkranz die vollstĂ€ndige Offenlegung, denn im Parlament bestehe ein Sicherheitsrisiko, so seine BefĂŒrchtung

Auf profil-Anfrage beantwortete der freiheitliche Parlamentsklub keine Fragen zu den genannten Personen und ob man deren BeschĂ€ftigung nun ebenfalls ĂŒberdenken wolle.

Dass es in der FPÖ zum Umgang mit den IdentitĂ€ren nicht nur eine Meinung zu geben scheint, zeigt die steirische Landespartei: Ebenfalls 2016 wurde in Graz von IdentitĂ€ren nĂ€mlich auch die Parteizentrale der GrĂŒnen mit „Kunstblut“ beschĂŒttet. Landesparteiobmann Mario Kunasek nahm das zum Anlass, einen Beschluss zu fassen, wonach Aktivisten von anderen politischen Gruppierungen keine Funktion in der FPÖ ausĂŒben dĂŒrfen. Der gelte heute noch, betont man. Und ĂŒberhaupt seien „Übergriffe dieser Art sowie politischer oder religiöser Extremismus auf das SchĂ€rfste zu verurteilen“. Der Landeshauptmann fĂŒhrt aber auch eine Koalition mit der ÖVP an – und befindet sich nicht wie Herbert Kickl in Frontalopposition.

TAGESPROGRAMM

Was heute passieren wird

Nationalrat beschließt neue SchulfĂ€cher

Der Nationalrat kommt heute zu seinem zweiten Sitzungstag in dieser Woche mit Beratungen unter anderem zur Novelle zum Volksgruppengesetz und dem Verbot von Einweg-E-Zigaretten zusammen. Beschlossen werden soll aber auch das Schulpaket mit zwei neuen UnterrichtsgegenstĂ€nden „Medien und Demokratie“ sowie „Informatik und KĂŒnstliche Intelligenz“.

EU-Parlament und NATO-Gipfel tagen

Das EU-Parlament wird bei seiner letzten Plenartagung vor der Sommerpause ĂŒber EU-Gelder fĂŒr die AfD-Europapartei; die Fortschrittsberichte zu Serbien, der Ukraine und Moldau auf ihrem Weg in die EU sowie einen Vorschlag, der Österreich erlauben wĂŒrde, sein bilaterales Straßenverkehrsabkommen mit der Schweiz zu Ă€ndern, abstimmen. Dessen Ziel ist, dass Unternehmen beider LĂ€nder in bestimmten Grenzregionen Passagiere mit ihren Bussen befördern dĂŒrfen. Heute und morgen kommen in Ankara zudem die Staats-und Regierungschefs der 32 NATO-Staaten sowie ihrer PartnerlĂ€nder Ukraine, Japan, SĂŒdkorea, Australien und Neuseeland und Vertreter der EU zusammen. Es wird um die Situation im Nahen Osten sowie in der Ukraine gehen. 

Urteil im Berufungsverfahren gegen Marine Le Pen erwartet

In Frankreich wird heute ein Urteil im Berufungsverfahren gegen Marine Le Pen mit Auswirkung auf die PrĂ€sidentschaftswahl 2027 erwartet. Im MĂ€rz 2025 war Frankreichs rechte FĂŒhrungsfigur Marine Le Pen wegen Veruntreuung von EU-Geldern zu zwei Jahren Haft mit elektronischer Fußfessel und zwei weiteren Jahren auf BewĂ€hrung verurteilt worden. Das Gericht verhĂ€ngte zudem ein auf fĂŒnf Jahre befristetes Verbot, bei Wahlen anzutreten. Le Pen ging in Berufung. Die HintergrĂŒnde können Sie hier nachlesen. 

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HASSPOST

„Wer einen Beweis dafĂŒr braucht, dass Österreichs Journalismus nicht mehr zu retten ist, der möge diesen Text lesen.“

Von Stefan B. auf Facebook

ĂŒber diesen Leitartikel ĂŒber das Potenzial des Globalen SĂŒdens →

PFLICHTLEKTÜRE

Das GeschÀft mit unsicheren MÀnnern: Zu Besuch bei einem Looksmaxxer

Von Natalia Anders

In der Welt der Looksmaxxer gilt Aussehen als wichtigstes Gut. profil hat Marvin getroffen, der zwischen Selbstoptimierung, Coaching und KI-Beratung ein Leben rund um dieses Ideal aufgebaut hat.

Mehr lesen Sie hier →


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SCHON GEHÖRT?

Hattmansdorfer und Marterbauer: die nÀchsten Kanzlerkandidaten?

ÖVP-Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer und SPÖ-Finanzminister Marterbauer sind die gegensĂ€tzlichsten Minister der Regierung. Was sie eint: Bei der nĂ€chsten Wahl könnten sie Spitzenkandidaten sein. profil-Innenpolitik-Chef Gernot Bauer ordnet ein.

Zum Podcast →

ZAHL DES TAGES

200.000

Pro Jahr kommen 100.000 bis 200.000 Patienten ins Krankenhaus, weil Fehler bei der Einnahme von Medikamenten passiert sind. Warum die Medizin mit Arzneimitteln ĂŒberfordert ist.

Mehr lesen Sie hier →

ZITAT DES TAGES

„Es darf nicht sein, dass es hier zu einem Etikettenschwindel kommt“

Alma Zadić (GrĂŒne)

ehemalige Justizministerin

Statt des jeweiligen Justizministers soll in Zukunft eine Bundesstaatsanwaltschaft das letzte Wort bei Strafverfahren haben. Ob die GrĂŒnen dem Vorhaben zustimmen, ist noch offen.

Mehr lesen Sie hier →

RANDOM FAKTEN

Was die Albertina und die USA gemeinsam haben

Die USA feierten am Wochenende ihren 250. Geburtstag, doch auch in Österreich gibt es einen prominenten Jubilar. Am 4. Juli 1776 feierte die Wiener Albertina am Tag genau den selben Geburtstag wie die Vereinigten Staaten von Amerika.

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