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Das FrĂŒhstĂŒck: Die g’scheite Unterlage fĂŒr den Tag
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Das FrĂŒhstĂŒck

Die g’scheite Unterlage fĂŒr den Tag

Guten Morgen!

Ich möchte Sie zunĂ€chst darĂŒber informieren, dass wir nun alle Gewinner und Gewinnerinnen unseres WM-Tippspiels ausgelost und informiert haben. Ein E-Scooter wurde sogar schon abgeholt, Abos und Schweizerhaus-Gutschein folgen. Wir gratulieren herzlich und danken allen anderen fĂŒr Mitspielen! Vielleicht klappt es beim nĂ€chsten Mal.


Nun aber zum aktuell wichtigsten Thema: Walter Ruck ist gestern nach profil-Recherchen als PrĂ€sident der Wiener Wirtschaftskammer zurĂŒckgetreten. Gelingt nun die angekĂŒndigte Kammer-Reform? Ich habe mich umgehört.

Schreiben Sie mir →

Heute auf der Karte

Hauptsache: Kommt nach Rucks RĂŒcktritt die große Reform?

Tagesprogramm: Holocaust-Gedenken, Kirchenglocken lĂ€uten, ÖVP informiert ĂŒber Fußfessel

Zitat des Tages: Kann die AfD verboten werden?

Unsere Empfehlungen fĂŒrs Wochenende: Electronic Body Music, Geschichts-Podcast und Jahrhundert-Raub

Empfehlen Sie uns weiter oder – falls Sie neu hier sind – melden Sie sich gleich an: profil.at/fruehstueck

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HAUPTSACHE

Kommt nach Rucks RĂŒcktritt die große Reform?

Konstantin Auer

Walter Ruck ist nach profil-Recherchen als PrĂ€sident der Wiener Wirtschaftskammer zurĂŒckgetreten. Viele hoffen nun auf strukturelle Reformen: Welche nötig wĂ€ren und wo gebremst wird.

Spricht man mit Kammer-FunktionĂ€ren oder Wirtschaftsvertreterinnen verschiedenster Parteien ĂŒber Walter Ruck, fallen AusdrĂŒcke wie „MachtallĂŒren“, „FeudalherrenmentalitĂ€t“, „KurfĂŒrstengehabe“ oder „verheerendes Sittenbild“. 

Ein hochrangiger Wirtschaftskammer- und WirtschaftsbundfunktionĂ€r aus einem westlichen Bundesland rĂ€umt ein, dass die Causa Ruck auch die anderen LĂ€nderkammern sowie die neue PrĂ€sidentin der Bundeswirtschaftskammer, Martha Schultz, „mit voller Wucht getroffen“ habe. Schultz startete nach dem RĂŒcktritt ihres VorgĂ€ngers Harald Mahrer im November des Vorjahres Reformprozesse, man will den ruinierten Ruf der Kammer bei vielen Unternehmern und Unternehmerinnen wieder verbessern. Dabei sei man nun „weit hinter November 25 zurĂŒckgeworfen worden“, sagt der hochrangige FunktionĂ€r. 

Die anderen LĂ€nderkammern sind um Abgrenzung bemĂŒht: Diese „Machtkonzentration“, dieses „System der AbhĂ€ngigkeiten“, das â€žĂŒbertrieben enge VerhĂ€ltnis“ zum Wiener BĂŒrgermeister Michael Ludwig (SPÖ), das Ruck ĂŒber Jahre geschaffen habe, sei ein Wien-Spezifikum. „Ich hoffe, dass sich vor allem in der Wiener Kammer etwas Ă€ndert“, sagt der FunktionĂ€r. DafĂŒr soll nun die neue PrĂ€sidentin Margarete Kriz-Zwittkovits sorgen. „Ich habe keinen Weinkeller, sondern offene TĂŒren“, versicherte sie in einer Aussendung.

Doch fĂŒr die Opposition reicht eine neue Person an der Spitze nicht. Nun sei es Zeit fĂŒr lĂ€ngst ĂŒberfĂ€llige strukturelle Reformen, heißt es unisono. Mit Ruck geht einer, der intern vehement gegen viele Reformen eingetreten ist. Was mĂŒsste jetzt passieren?

Da wĂ€re etwa das Wahlsystem der Wirtschaftskammer: In der WKO ist es möglich, dass die Mandate aus den Einheitslisten, mit denen der ÖVP-Wirtschaftsbund und der Sozialdemokratische Wirtschaftsverband (SWV) in vielen der Fachgruppen zur Wahl antreten, nach der Wahl einer der Fraktionen zugeordnet werden. So sichern sich die beiden die Mehrheit in den Fachgruppen und halten die anderen Fraktionen von FPÖ, GrĂŒnen und Neos klein. 

Stimmen-Schacherei

Im Wiener SWV gab es zuletzt Unmut ĂŒber genau dieses System, weil man sich bei der Aufteilung der Mandate im Nachhinein benachteiligt fĂŒhlte – und offenbar um Geld umfiel. Doch Ruck befand: „Das BĂŒro muss a Watschen kriegen und ruhig sein.“

„Diese Stimmen-Schacherei muss verboten werden“, fordert nun Sabine Jungwirth, Bundessprecherin der GrĂŒnen Wirtschaft. Man wisse so am Ende nicht, wem man mit seiner Stimme zu einem Mandat verhelfe.

Und generell wird kritisiert, dass nur diese unterste Ebene – die Fachgruppen – direkt gewĂ€hlt werden. Die Ebenen darĂŒber, die Sparten auf Landes- und Bundesebene sowie die Wirtschaftsparlamente, werden indirekt gewĂ€hlt. Die Mandate, die in den Fachgruppen errungen werden, entscheiden ĂŒber die MachtverhĂ€ltnisse weiter oben.

„WĂŒrden in einem wirklich demokratischen System, Unternehmen eine Person wie Walter Ruck wĂ€hlen“, fragt Markus Hofer, der stellvertretende Bundessprecher der Unos, der Fraktion der Neos.

Neos, GrĂŒne und FPÖ sprechen sich fĂŒr mehr Direktwahlen auch auf den höheren Ebenen wie dem Wirtschaftsparlament aus.

Außerdem sollen Wahlkarten verschickt werden – und nicht mehr beantragt werden mĂŒssen, Brief- bzw. Onlinewahlen forciert werden. Zuletzt lag die Wahlbeteiligung bei gerade einmal einem Viertel aller Kammermitglieder. Es fehle an Legitimation, so die Kritik. 

Wozu so viele Immobilien?

Transparenz fehle aber nicht nur beim Wahlsystem. Wie jedes Unternehmen sollte auch die Wirtschaftskammer eine konsolidierte Bilanz offenlegen, fordert Hofer. Compliance-Richtlinien oder ein Ethikkodex werden gefordert. Jungwirth kritisiert außerdem, dass der Kontrollausschuss zu wenig Personal hĂ€tte und Berichte „fĂŒrs stille KĂ€mmerlein“ produziere. Reinhard Langthaler, GeneralsekretĂ€r der Freiheitlichen Wirtschaft, kann sich auch parlamentarische Anfragen vorstellen: „Ich will wissen, wer welche BezĂŒge, welche RĂŒcklagen die Kammer hat – und welche Immobilien“. 

Ein wenig Licht ins Dunkel brachte da zuletzt zumindest ein Rechnungshofbericht: Demnach verfĂŒgt die Wirtschaftskammer ĂŒber 2,056 Milliarden Euro an RĂŒcklagen. Wozu es die Immobilien braucht, konnte aber auch diese PrĂŒfung nicht beantworten. 

Übers Geld mĂŒsse bei Reformen ohnehin geredet werden. Die Kammern stehen nicht gerade fĂŒr schlanke Strukturen. „In Niederösterreich gibt es mehr Bezirksstellen als Bezirke“, sagt Langthaler. „Über 700 Fachgruppen sorgen nicht fĂŒr Transparenz und Vertrauen“, kritisiert Hofer. Unos, FPÖ und GrĂŒne sprechen sich fĂŒr die gĂ€nzliche Abschaffung der Kammerumlage 2 aus. „Geld korrumpiert“, sagt Hofer. Und Langthaler spricht ohnehin nur noch von einer freiwilligen Kammer-Mitgliedschaft.

Doch genau davor warnt der ranghohe KammerfunktionĂ€r. Aus der Pflichtmitgliedschaft folge laut ihm eine „besonders starke Verpflichtung“, sich fĂŒr die Unternehmen einzusetzen. Der Fall Ruck sei ein „Einzel– und Sonderfall“, der so nun nicht mehr möglich sei, versichert er. An weiteren Reformen werde ohnehin gearbeitet, man sollte wegen eines Einzelfalls aber nicht das ganze System hinterfragen. 

Aber immerhin: „Bei Transparenz, schlankeren Strukturen, dem Abbau von Doppelgleisigkeiten und einer einheitlichen RĂŒcklagenregulatorik wurden bereits konkrete Fortschritte erzielt. Im Herbst wird sich die Reformgruppe intensiv mit dem Wahlrecht sowie Fragen der demokratischen Mitwirkung befassen“, heißt es offiziell aus der WKO. 

TAGESPROGRAMM

Was heute passieren wird

Gedenktag fĂŒr im Holocaust ermordete Roma und Sinti

AnlĂ€sslich des internationalen Gedenktages fĂŒr im Holocaust ermordete Roma und Sinti am 2. August findet heute im Parlament eine Kranzniederlegung mit dem Zweiten NationalratsprĂ€sidenten Peter Haubner (ÖVP) und BundesratsprĂ€sidentin Christine Schwarz-Fuchs (ÖVP) statt. Eine Gedenkveranstaltung findet auch am Friedhof der Roma und Sinti im burgenlĂ€ndischen Lackenbach statt.

Kirchenglocken lÀuten als Zeichen gegen Hunger und Klimakrise

Nicht wundern: Heute um 15 Uhr lĂ€uten fĂŒr fĂŒnf Minuten im ganzen Land die Kirchenglocken als Zeichen der SolidaritĂ€t gegen Hunger und Klimakrise. Die Aktion geht auf einen Beschluss der Bischofskonferenz zurĂŒck und wird in Kooperation mit der Caritas durchgefĂŒhrt. Sie fĂ€llt bewusst auf die Sterbestunde Jesu und soll auf das Leid von rund 645 Millionen weltweit hungernden Menschen aufmerksam machen.

ÖVP informiert ĂŒber Standpunkte zu Fußfessel, Asyl und Wehrpflicht

ÖVP-Klubobmann und Sicherheitssprecher Ernst Gödl wird heute eine Pressekonferenz zum Thema „Aktuelles zur Sicherheit in Österreich“ abhalten. Es wird dabei um die von der ÖVP gewĂŒnschte Umsetzung der Fußfessel fĂŒr GefĂ€hrder, aktuelle Entwicklungen im Asylbereich und nochmal um die Wehrpflicht-Reform gehen, teilte die ÖVP vorab mit.

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HASSPOST

„Ich wĂ€re dafĂŒr, dass sich jeder Journalist einen Asylsuchenden mit nach Hause nehmen muss. Dann hört diese schwachsinnige Berichterstattung endlich auf!“

Von Mirtschi auf X

ĂŒber das FrĂŒhstĂŒck ĂŒber den steirischen Asyl-Kodex →

PFLICHTLEKTÜRE

Zu Besuch beim Pokémon Dealer: Zwischen Nostalgie und Investition

Von Moritz Bach

Knapp 30.000 Euro, so viel kann man bei Christoph Buttura fĂŒr ein PokĂ©mon-Kartenset ausgeben. Wieso erwachsene Menschen so viel Geld fĂŒr Kinderspielkarten ausgeben und was hinter dem Hype steckt.

Mehr lesen Sie hier →


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ZAHL DES TAGES

12.900

Vor 12.900 Jahren fielen in Tirol Kiefernpollen auf den Boden. Ein Forschungsteam untersucht sie nun und will so herausfinden, was beim bislang letzten Kollaps des Golfstroms passierte. Denn aktuell wird die Meeresströmung wieder schwĂ€cher – mit Folgen fĂŒr Europa.

Mehr lesen Sie hier →

ZITAT DES TAGES

„Ein Verbotsantrag gegen die AfD hĂ€tte wahrscheinlich Erfolg“

Bijan Moini

Jurist

Ein neues Gutachten kommt zu dem Schluss, dass die AfD verfassungswidrig ist. Im Interview argumentiert der Jurist Bijan Moini, der Kopf hinter dem Gutachten, wieso.

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RANDOM FAKTEN

Bewegung hilft gegen Alzheimer

3000 bis 7500 Schritte tÀglich können den Beginn von Alzheimer-Symptomen um durchschnittlich sieben Jahre verzögern. Das zeigte eine im Fachjournal Nature Medicine publizierte Langzeitstudie.

FEIERABEND

Was Sie am Wochenende machen könnten

Von Franziska Dzugan

💟Zum Gedenken: 71 GeschirrtĂŒcher bestickt mit je einem Namen, Ort und Datum des Verbrechens – die Innsbrucker KĂŒnstlerin Sabine Schwarz widmet ihr Werk „er/stickt. Über Femizide in Österreich“ jenen Frauen, die zwischen 2023 und 2025 ermordet wurden. Zu sehen ist die Textilarbeit ab sofort im Haus der Geschichte Österreichs (hdgö) in der Wiener Hofburg. profil-Redakteurin Daniela Breơčaković habe sie auf die Idee gebracht, so Schwarz in einer Mail: „Durch Ihren Beitrag und Ihre Recherche habe ich begonnen, jeder Frau zu gedenken, die in Österreich seit 2023 ermordet wurde.“

Zur Ausstellung →

💃Zum Tanzen: Das Wiener Flex verspricht heute Abend (20.15 Uhr) eine Reise in die GrĂŒnderzeit der Electronic Body Music. Die kanadische Band Front Line Assembly feiert heuer ihr 40-jĂ€hriges Bestehen und will vor allem frĂŒhe Tracks aus den 1988 erschienen Alben „Corrosion“ und „Disorder“ spielen. Bandmitglied Rhys Fulber bestreitet das Vorprogramm solo.

Zum Event →

🎧 Zum Hören: Allen Odyssee-Fans sei der Geschichts-Podcast „Was bisher geschah“ ans Herz gelegt. Die Moderatoren Joachim TelgenbĂŒscher und Nils Minkmar haben Homers Klassiker anlĂ€sslich des Sommer-Kassenschlagers von Christopher Nolan noch einmal gelesen und untersuchen die historischen Fundamente des antiken Blockbusters – mit durchaus kreativen Vergleichen, fĂŒr die Nils Minkmar mittlerweile berĂŒhmt ist: „Odysseus ist wie Donald Duck. Er ist gierig, er ist egozentrisch, viele Sachen gehen erbĂ€rmlich schief, manchmal kann man ĂŒber ihn lachen, manchmal ist man auch einfach entsetzt.“

Zum Podcast →

🎬 Zum Bingen: Wer der Gluthitze des Wochenendes entfliehen will, kann in die Amazon-Serie „Steal“ abtauchen. Sophie Turner (berĂŒhmt geworden als Sansa Stark in „Game of Thrones“) wird in einen Jahrhundert-Raub hineingezogen und irrt in diesem gut gemachten Thriller durchs kĂŒhle, frĂŒhlingshafte London.

Zur Serie →

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