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Das FrĂŒhstĂŒck: Die g’scheite Unterlage fĂŒr den Tag
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Das FrĂŒhstĂŒck

Die g’scheite Unterlage fĂŒr den Tag

Guten Morgen!

IdentitĂ€re und FPÖ wollen in BrĂŒssel durchstarten: Sie bauen einen rechten Thinktank auf, ihre eigene NGO. 


Was will die FPÖ mit dem „Institute for Remigration“? Und findet  die neue pseudowissenschaftliche Institution in BrĂŒssel wirklich „a gmahde Wiesn“?  


Dieser Frage widmen wir uns nicht nur im heutigen Newsletter, sondern auch im EU-Podcast „Schlacht um Europa“. 

Schreiben Sie mir →

Heute auf der Karte

Hauptsache: Das Remigrations Institut – Wie rechtsextreme Ideen zur Institution werden sollen

Tagesprogramm: Pilnacek-U-Ausschuss, Council on Foreign Relations, WM-Auftakt fĂŒr Österreich

PflichtlektĂŒre: Wie die Politik David Alaba & Co finanziert – und davon profitiert

Zitat des Tages: „Ich kann nicht atmen“, sagte Henry Nowak. Aus dem Mordfall wurde ein internationales Politikum.

Empfehlen Sie uns weiter oder – falls Sie neu hier sind – melden Sie sich gleich an: profil.at/fruehstueck

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Geschichte immer wieder neu schreiben

Warum es in der Byzantinistik zu Überraschungen kommt, erzĂ€hlt Prof. Claudia Rapp von der UniversitĂ€t Wien und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. 

Hier nachlesen.

HAUPTSACHE

Das Remigration-Institut – Wie rechtsextreme Ideen zur Institution werden sollen

Franziska Schwarz

Wie Rechtsextreme die EU mit ihren eigenen Möglichkeiten schlagen wollen. Und sich die einstige Trennung zwischen FPÖ und IdentitĂ€ren immer mehr auflöst.

Im Vorjahr hatte das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) einen Rechtsstreit mit der FPÖ – es ging um die Wissenschaftlichkeit des DÖWs. Das Dokumentationsarchiv gewann die Auseinandersetzung. 

Nun wollen die Rechtsextremen selbst wissenschaftlich sein.

Im FrĂŒhling wurde das „Institute for Remigration“ gegrĂŒndet. Im Impressum der Website findet sich der Kopf der IdentitĂ€ren Bewegung, Martin Sellner, als Medieninhaber. 

Mit dem Thinktank sollen die Ideen der Rechtsextremen institutionalisiert werden, man erhofft sich Aufmerksamkeit auch außerhalb des deutschsprachigen Raums. Auch deshalb fand im Juni zum zweiten Mal der sogenannte „Remigration Summit“ in Portugal statt. Mein Kollege Außenpolitik-Chef Robert Treichler berichtete.

Ebenfalls in Portugal war der Ex-Chef der Wiener IdentitĂ€ren, Philipp Huemer, der auch fĂŒr den Verschwörungssender „AUF1“ arbeitete. In der Vorwoche wurde er zum GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Instituts ernannt.

Das durfte er auch auf dem FPÖ-Radiosender „Austria First“ verkĂŒnden. Sie merken: Die Grenzen zwischen FPÖ und IdentitĂ€ren sind de facto nicht mehr vorhanden. 

Unter Heinz-Christian Strache und Norbert Hofer hat sich die FPÖ noch von den IdentitĂ€ren und Martin Sellner distanziert. Nun hat die FPÖ-Abgeordnete Susanne FĂŒrst sogar die Petition des Remigration-Instituts unterzeichnet - profil berichtete. 

Wien bis Washington

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) kritisierte dies am Montag scharf: „Remigration“ sei ein Kampfbegriff der Neuen Rechten und der IdentitĂ€ren Bewegung. Meine Kolleg:innen SiobhĂĄn Geets und Robert Treichler widmen sich in der dieswöchigen Ausgabe unseres EU–Podcasts „Schlacht um Europa“ ebenfalls dem Begriff der Remigration - ich möchte Ihnen in diesem Newsletter die gemeinsame Strategie von FPÖ und IdentitĂ€ren aufzeigen. 

„Das, was IdentitĂ€re in Österreich machen, da spielt die AfD ohnehin schon eine große Rolle, auch teilweise in fördernder Funktion“, so Politologe Bernhard Weidinger vom DÖW. Die Vernetzung zeige ein Hausprojekt in Steyregg, dort gebe es immer wieder Spenden von AfDlern. „Inzwischen freut man sich aber auch darĂŒber, dass Trump von Remigration spricht und hat begrĂŒndete Hoffnung, Gelder aus den USA zu lukrieren.“

Mit der GrĂŒndung des Instituts wĂŒrde nun Sellner seinen Aktivismus auf professionellere Beine stellen. Einerseits suggeriert die Datenvisualisierung Wissenschaftlichkeit und gleichzeitig werde offen Lobby– und Kampagnenarbeit betrieben. „Es ist eine Lobbyeinrichtung, die versucht sich zusĂ€tzliche Credibility ĂŒber diesen Nimbus der Wissenschaftlichkeit zu erwerben“, so Weidinger.

Auch die Politologin Gabriela Greilinger sieht in der InstitutsgrĂŒndung eine weitere Normalisierung und Institutionalisierung rechtsextremer Ideen. So soll politischer Konsens geschaffen werden. 

„Neu ist, dass sich die FPÖ nun derart offen zu rechtsextremen Ideen bekennt und die Trennung zwischen rechtsextremem Aktivismus und FPÖ-Politik immer mehr verschwimmt“, sagt Greilinger. Es handle sich bei der rechtsextremen Interpretation des Begriffs um einen menschenrechtsfeindlichen Politikinhalt, der mit einer liberalen Demokratie nicht vereinbar ist, so die Politologin von der University of Georgia.

Zweiter Anlauf

Zur Finanzierung des „Institute for Remigration“ ist aktuell nichts bekannt. Wer auf der Website des Instituts spenden möchte, kommt direkt zu einem Konto, das Sellner zugeordnet wird. Aktuell wollen die Akteure mit einer Petition ihre Ideen in BrĂŒssel an die EU-Kommission richten: Nur werden Sie ĂŒber den selben Strick, wie das MCC BrĂŒssel stolpern?

Der BrĂŒsseler Ableger des ungarischen Thinktanks Mathias Corvinus Collegium (MCC) wurde am Montag aus dem EU-Lobby-Register geschmissen. Der in Ungarn angesiedelte, OrbĂĄn-nahe Thinktank wollte „den Kampf nach BrĂŒssel tragen“ - wegen fehlender Transparenz ĂŒber BudgetgrĂ¶ĂŸe und Finanzierungsquellen darf er aber keine Meetings mehr in den EU-Institutionen abhalten. Die NGO „Corporate Europe Observatory“ hatte sich ĂŒber die Intransparenz beschwert. Formal wird es nun fĂŒr den OrbĂĄn–Thinktank schwieriger, sich in EU-Prozesse einzubringen. Auch in Ungarn wurde die TĂ€tigkeit des Instituts unter dem neuen MinisterprĂ€sidenten PĂ©ter Magyar eingeschrĂ€nkt.

Europas Rechtsextreme unter Huemer und Sellner versuchen nun nur im zweiten Anlauf den Eindruck der Wissenschaftlichkeit zu erwecken. Ideologie-getriebene Pseudotheorien sollen statistikgestĂŒtzt den Eindruck von Wahrheit vermitteln. Fallen Sie bitte nicht darauf rein.

TAGESPROGRAMM

Was heute passieren wird

Takacs und Ruf: Pilnacek-U-Ausschuss setzt Befragungen fort

Nach einem Monat Pause trifft sich heute wieder der Untersuchungsausschuss in der Causa um den verstorbenen Ex-Justizsektionschef Christian Pilnacek. Als Auskunftspersonen sind Bundespolizeidirektor Michael Takacs und die mit dem Fall betraute EisenstĂ€dter StaatsanwĂ€ltin geladen. Am Donnerstag sind dann der Generaldirektor fĂŒr die öffentliche Sicherheit, Franz Ruf, sowie der niederösterreichische Landespolizeidirektor Franz Popp dran.

Meinl-Reisinger lÀdt zu geopolitischen GesprÀchen nach Wien

Das European Council on Foreign Relations hĂ€lt heute seine Jahrestagung im Prunksaal der Nationalbibliothek ab. Zu Gast bei Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (Neos) sind ihre Amtskollegen aus Spanien, der Schweiz und Saudi Arabien, die Chef-Diplomatin Ungarns und Ex-US-VizeprĂ€sidentschaftskandidat Tim Walz.

WM-Auftakt fĂŒr Österreich

Wenn Sie diesen Newsletter bekommen, ist um 6 Uhr vermutlich gerade der Anpfiff zu Österreichs erstem Spiel bei der Fußball-Weltmeisterschaft erfolgt. Als Auftaktgegner in Gruppe J wartet in Santa Clara Außenseiter Jordanien. Vizekanzler und Sportminister Andreas Babler (SPÖ) reiste in die USA und schaut zu.

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HASSPOST

„Investigativ? Ihr? Ich lache mich krumm.“

Von FriedenssĂŒchtig Austria auf Facebook

ĂŒber unseren neuen Investigativ-Podcast zum ORF →

PFLICHTLEKTÜRE

Wie die Politik David Alaba & Co finanziert – und davon profitiert

Von Gernot Bauer

Die Wechselbeziehung zwischen Politik und Fußball ist seit jeher ein GeschĂ€ft auf Gegenseitigkeit.

Mehr lesen Sie hier →


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SCHON GEHÖRT?

Wie gefÀhrlich ist Remigration?

Die FPÖ unterstĂŒtzt eine europaweite Petition des Rechtsextremisten Martin Sellner. Was hinter dem Begriff Remigration steckt.

Zum Podcast →

ZITAT DES TAGES

„Ich kann nicht atmen“

Henry Nowak

18-jÀhriger Student aus Southampton

In Großbritannien ermordete ein Sikh den 18-jĂ€hrigen Studenten Henry Nowak. Am Tatort verwechselte die Polizei Opfer und TĂ€ter, nun schlachten Rechte den Fall fĂŒr ihre eigenen Anliegen aus. Wie aus der berechtigten Empörung ĂŒber Polizeiversagen ein internationales Politikum wurde.

Mehr lesen Sie hier →

RANDOM FAKTEN

Mussolini gewann „Big Brother“

Alessandra Mussolini, die Enkelin des faschistischen Diktators Italiens, Benito Mussolini, gewann im Mai 2026 die VIP-Version von Italiens „Big Brother“.

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