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Das Frühstück: Die g’scheite Unterlage für den Tag
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Das Frühstück

Die g’scheite Unterlage für den Tag

Guten Morgen!

Bei Temperaturen über 40 Grad ist es nur natürlich, wenn man gedanklich ein bisschen in die Ferne schweift. Das ist aber nicht der Grund, warum ich in den letzten Tagen viel an Guyana gedacht habe. Das Land in Mittelamerika besteht zum Großteil aus Regenwald, liegt an der Karibikküste und momentan ist es dort auch nicht so heiß wie bei uns. Dafür gibt es andere Probleme, und die haben mit einem österreichischen Unternehmen zu tun.


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Heute auf der Karte

Hauptsache: Keine Klinik unter Palmen

Tagesprogramm: Gedenken an militärischen Widerstand, Machtwechsel in Kolumbien, Diskussion um Rechenzentrum im Burgenland

Pflichtlektüre: Tradwife-Satire „Yesteryear“: Sauerteig-Satanismus als Millionenseller

Feierabend: Was Sie heute machen könnten

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HAUPTSACHE

Keine Klinik unter Palmen

Josef Redl

Das zentralamerikanische Land Guyana kündigt zwei Krankenhausverträge mit der Vamed. Subunternehmer beklagen offene Zahlungen, die Vamed weist die Vorwürfe zurück und droht profil mit rechtlichen Schritten.

Die Vamed war einmal eine Erfolgsgeschichte. Das Unternehmen wurde 1982 als Tochter der damals noch verstaatlichten Voest Alpine zum Bau des Wiener Allgemeinen Krankenhauses gegründet. Seither hat die Vamed mehr als 1000 Projekte rund um den Globus realisiert, insbesondere Krankenhäuser in Schwellen- und Entwicklungsländern. Die Vamed gehört schon längst nicht mehr zum Linzer Stahlkonzern. Die deutsche Fresenius hatte ab Mitte der Neunziger Jahre die Mehrheit, die Republik Österreich blieb als Minderheitsgesellschafter an Bord. Vor zwei Jahren wurde die Vamed dann zerschlagen. Das internationale Projektgeschäft verkaufte Fresenius an den Hamburger Klinikbetreiber World Wide Hospitals (WWH) des umstrittenen Unternehmens Ulrich Marseille. Wobei „verkaufen“ vielleicht nicht ganz der richtige Ausdruck ist. Fresenius schießt bis 2027 insgesamt 210 Millionen Euro zu, damit laufende Projekte noch vertragskonform fertiggestellt werden.

Aber werden sie das auch?

Seit Ulrich Marseille bei der Vamed Engineering das Sagen hat, gibt es Schwierigkeiten. Wie profil berichtete, hat sich bereits im Jahr 2025 die Regierung von Guyana hilfesuchend an das österreichische Außenministerium gewandt. In dem mittelamerikanischen Staat kommt es bei zwei Vamed-Projekten zu Verzögerungen, lokale Subunternehmer beklagen fehlende Zahlungen. Guyanas Außenminister Hugh Hilton Todd übermittelte an seine österreichische Amtskollegin Beate Meinl-Reisinger ein Schreiben, wonach Vamed mehr als 88,6 Millionen Euro von der Regierung Guyanas erhalten habe, diese aber nicht mehr an den Subunternehmer auszahle. 

Es dürfte nichts genützt haben. profil liegen zwei Schriftstücke vor, die das Amtssiegel des Gesundheitsministeriums von Guyana tragen, beide sind mit 23. Juli 2026 datiert. In diesen unterrichtet das Ministerium die Vamed Engineering GmbH mit Sitz in Wien über die Kündigung der Verträge für das Mutter-Kind-Spital in der Hauptstadt Georgetown und ein zweites Krankenhaus in der Stadt New Amsterdam. Der neue Vamed-Eigentümer Ulrich Marseille ist bekannt dafür, Vertragspartner in langwierige juristische Auseinandersetzungen zu verstricken. Schuld sind dabei immer die anderen. 

Eine profil-Anfrage an Vamed wird von einem deutschen Rechtsanwalt beantwortet: „Die in Ihrer E-Mail angesprochenen Bautätigkeiten in Guayana wurden von meiner Mandantin reduziert, weil der Vertragspartner mit Zahlungen in Höhe eines mittleren zweistelligen Euro-Millionenbetrages in Verzug ist, der für bereits erbrachte Leistungen im September 2025 fällig wurde. Diese Zahlungsansprüche sind Gegenstand eines Schiedsverfahrens, in dem meine Mandantin sie konsequent durchsetzen wird.“ Und die Forderungen von Subunternehmern gegenüber der Vamed?  „Einzelne gegen meine Mandantin geltend gemachte Forderungen sind nicht beglichen worden, weil sie unbegründet sind.“ Der Anwalt bedroht profil auch vorsorglich „mit rechtlichen Mitteln, die sich nicht auf Unterlassungsansprüche beschränken werden“. 

In Guyana sterben zehn Mal so viele Frauen während der Schwangerschaft wie in Österreich und zehn Mal so viele Säuglinge im ersten Lebensjahr wie in Österreich. Ein Mutter-Kind-Spital würde helfen.

TAGESPROGRAMM

Was heute passieren wird

Gedenken an militärischen Widerstand

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) nimmt an einer Gedenkfeier für den militärischen Widerstand im NS-Regime am Wiener Heldenplatz teil. Im Anschluss findet eine Diskussionsrunde im Weltmuseum mit Expertinnen und Experten des Heeresgeschichtlichen Museums, des Dokumentationsarchivs des Österreichen Widerstands und des Weltmuseums statt. 

Machtwechsel in Kolumbien

Im drittgrößten südamerikanischen Land Kolumbien kommt es heute zu einem Macht- und Richtungswechsel. Der rechte Hardliner Abelardo de la Espriella folgt auf den Linkspolitiker Gustavo Petro und gilt als Anhänger von US-Präsident Donald Trump. Alle Hintergründe lesen Sie hier. 

Diskussion um Rechenzentrum im Burgenland

Nach profil-Recherchen über den möglichen Bau von Rechenzentren im burgenländischen Nickelsdorf beginnt die öffentliche Debatte über das Ausmaß und den Nutzen der Bauprojekte. Die ÖVP Burgenland lädt zu einer Pressekonferenz mit der Frage: „Was bleibt für die Region?“

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HASSPOST

„Hahahaha!!! Als Nächstes könnt's meinen Goldfisch interviewen“

Von Thomas V. auf X

über das Interview mit Ex-Kanzler Nehammer →

PFLICHTLEKTÜRE

Tradwife-Satire „Yesteryear“: Sauerteig-Satanismus als Millionenseller 

Von Angelika Hager

Mit ihrem Debüt „Yesteryear“ tauchte die Amerikanerin Caro Claire Burke in die bizarre Welt der Tradwife-Influencerinnen mit ihren gefährlichen Retro-Idyllen ein und landete einen Millionenseller. „Yesteryear“ ist scharfsinnige Gesellschaftskritik, die das Booktok-Universum heftig diskutieren lässt. 

Mehr lesen Sie hier →


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ZAHL DES TAGES

14,7

Österreichs Beschäftigte sind im Schnitt 14,7 Kalendertage im Krankenstand. WIFO-Expertin Christine Mayrhuber analysiert, in welchen Bereichen die Krankenstandszeiten steigen und wo sie sinken.

Mehr lesen Sie hier →

ZITAT DES TAGES

Ganz offen gestanden, schaut das nach einem Himmelfahrtskommando aus

Margit Wachberger

Leiterin der Generalprokuratur

Margit Wachberger übt massive Kritik am Regierungsplan für eine Bundesstaatsanwaltschaft.

Mehr lesen Sie hier →

RANDOM FAKTEN

Alpenzoo

Der Alpenzoo Innsbruck liegt auf mehr als 750 Metern Seehöhe und gilt als Europas höchstgelegener Zoo. Seit über 60 Jahren zeigt er vor allem Tiere aus dem Alpenraum, darunter Bartgeier, Steinadler, Braunbären und Wölfe. Insgesamt leben dort rund 2000 Säugetiere, Vögel, Reptilien und Fische.

FEIERABEND

Was Sie heute machen könnten

Von Sebastian Hofer

🎭 Hin und weg sein: Im nördlichen Waldviertel, in dem schönen Dorf Litschau, findet an diesem und am nächsten Wochenende das Theaterfestival „Hin & Weg“ statt, das unter dem Jahresmotto „Schuld und Schönheit“ ein erquickendes Programm zwischen Avantgarde, Crowd-Pleasing und Lässigkeit bietet. In astrein idyllischem Rahmen werden da Performances, Lesungen, Konzerte, Diskussionen und selbstverständlich auch Theaterstücke aufgeführt, am Samstag zum Beispiel die famose Provinzsatire „Düntzer Rhapsodie“ des Flirty Horse Art Collective.

Mehr erfahren →

🎸 Den Kultursommer genießen: Die Wiener New-Wave-Gruppe Euroteuro changiert seit Jahren erstaunlich stur zwischen Solo- und Kollektivprojekt, hat aber zum Glück in jeder Gestalt genug Anziehungskraft, um einen Ausflug ins ferne Simmering zu rechtfertigen: Im Rahmen des Wiener Kultursommers spielen Euroteuro am Freitag am 20 Uhr bei freiem Eintritt im Hyblerpark, diesmal dem Vernehmen nach übrigens als Duo.

Mehr erfahren →

🎞️ Sich erfrischen lassen: Wer den Biennale-Beitrag von Jakob Lena Knebl im venezianischen Sommer 2022 erlebt hat, der mag ganz bestimmt keine Arbeit der österreichischen Künstlerin mehr verpassen, begibt sich also, falls er oder sie das nicht ohnehin schon getan hat, flugs in die ehemalige Kulturhauptstadt Bad Ischl, wo Knebl gerade eine surreale „Sommerfrische“ im Marmorschlössl abhält. Pop, Kult, Mythos, Renaissance, Sisi – was will man mehr? Einen Schwan? Kein Problem.

Mehr erfahren →

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