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Das FrĂŒhstĂŒck: Die g’scheite Unterlage fĂŒr den Tag
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Das FrĂŒhstĂŒck

Die g’scheite Unterlage fĂŒr den Tag

Guten Morgen!

Es gibt nur wenige Ereignisse im Leben, die fast jeder Mensch mindestens einmal erlebt hat, und die trotz aller technischer Fortschritte unglaublich anstrengend sind. Umziehen ist ein solches Ereignis.


Im Internet finden sich deshalb unzĂ€hlige Ratgeber, etwa wie man mit „Listen“ unnötiges Chaos vermeidet (Excel-Sheet oder doch lieber eine App?), oder wie man am Tag des Umzugs mit einem Morgenritual garantiert „tiefenentspannt“ bleibt (YOGA!).


So oder so dĂŒrften einige dieser Expertentipps fĂŒr den frĂŒheren BĂŒroleiter von NationalratsprĂ€sident Walter Rosenkranz (FPÖ) RenĂ© Schimanek jetzt von praktischem Nutzen sein. FĂŒr ihn heißt es jetzt Kisten packen.

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Heute auf der Karte

Hauptsache: Umzugsstress bei den Schimaneks

Tagesprogramm: Sonnenfinsternis, Prozess gegen Meta, U-Ausschuss in KĂ€rnten

PflichtlektĂŒre: Kann Bundeskanzler Christian Stocker Außenpolitik?

Random Fakten: Wie die Nazis die Buchstabiertafel Ànderten

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HAUPTSACHE

Umzugsstress bei den Schimaneks

Daniela Breơčaković

50 Jahre lang lebte die Familie Schimanek im Forsthaus Kronsegg. Nun ist endgĂŒltig Schluss. Das Landesgericht Krems hat entschieden: Das Haus muss bis Mitte September gerĂ€umt werden.

Ein grĂŒner Transporter steht vor dem Eingangstor. Die TĂŒren des Forsthauses sind weit geöffnet. Normalerweise lĂ€sst sich von der Forststraße aus nicht in den Innenhof blicken. DafĂŒr mĂŒsste man eigentlich einen der beiden TĂŒrme der gegenĂŒberliegenden Burgruine besteigen. An diesem Tag im August ist das anders. Es ist laut. MĂ€nner gehen ein und aus, tragen Kisten und allerlei Dinge, die sich dort ĂŒber Jahrzehnte angesammelt haben. Mittendrin: RenĂ© Schimanek. 

Der frĂŒhere BĂŒroleiter von NationalratsprĂ€sident Walter Rosenkranz ist im Umzugsstress. Vor kurzem hat das Landesgericht Krems entschieden, dass die Familie Schimanek das Forsthaus Kronsegg endgĂŒltig rĂ€umen muss. Nach mehr als 50 Jahren geht die Immobilie damit zurĂŒck an die Gemeinde Langenlois. Es ist das vorlĂ€ufige Ende einer Geschichte, die 1976 beginnt und in der das kleine Forsthaus unterhalb der Burgruine zu einem der prĂ€gendsten Orte der rechtsextremen Szene in Österreich wurde.

Am 16. Mai 1976 zieht die Familie Schimanek in das damals verlassene Forsthaus ein. Vater Hans Jörg Schimanek senior, Mutter Helga Absender und die beiden Söhne Hans Jörg junior und RenĂ©, damals 13 und sieben Jahre alt. SpĂ€ter verbringen auch die Enkel Jörg und Jörn, die Söhne von Hans Jörg junior, ihre Sommer dort. Die ersten 15 Jahre zahlt die Familie keine Miete. DafĂŒr verpflichtet sie sich, das Haus instand zu setzen. Ab 1991 werden 2000 Schilling monatlich fĂ€llig, plus Betriebskosten und Mehrwertsteuer. So steht es im Mietvertrag, der profil vorliegt. Es hĂ€tte eine ganz gewöhnliche Familiengeschichte sein können. Doch mit den Schimaneks kam eine Geschichte nach Langenlois, die bald weit ĂŒber das Haus am Waldrand hinausreichen sollte.

WehrsportĂŒbungen. Neonazis mit Springerstiefeln und kahlrasierten Köpfen. Hausdurchsuchungen. Waffenfunde. Und immer wieder taucht der Name Schimanek auf. Hans Jörg junior wird Anfang der 1990er-Jahre erstmals wegen WiederbetĂ€tigung zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Mittlerweile hat er diese abgebĂŒĂŸt. Im Februar 2026 folgt eine weitere Verurteilung, nachdem in seiner Wiener Wohnung NS-Devotionalien gefunden wurden. Im November 2024 geraten seine Söhne ins Visier des deutschen Verfassungsschutzes. Die deutsche Bundesanwaltschaft lĂ€sst in Deutschland und Polen acht mutmaßliche Mitglieder der Gruppe „SĂ€chsische Separatisten“ festnehmen, einer rechtsextremen terroristischen Vereinigung, die nach der Eroberung von Gebieten in Ostdeutschland am selbsternannten „Tag X“ von Deutschland ins Forsthaus nach Kronsegg fliehen wollte. Ihre RĂ€delsfĂŒhrer: Jörg und Jörn Schimanek.

Dutzende NS-Devotionalien

Wenige Tage nach den Festnahmen findet im Haus eine Razzia statt. Ermittler stoßen auf Dutzende NS-Devotionalien, darunter eine Hitler-BĂŒste und Spielzeug-Lkw mit Aufschriften wie „Auschwitz-Birkenau-Express“ oder „Weltweit ĂŒber 6 Millionen zufriedene Kunden“. 

Im Dezember 2024 stirbt Hans Jörg Schimanek senior. Sein Sohn RenĂ© lĂ€sst spĂ€ter eine Parte fĂŒr seinen Vater veröffentlichen. Darauf sind das in rechtsextremen Kreisen verwendete „Irminsul“-Symbol und der Spruch „
 und ewig lebt der Toten Tatenruhm“ zu sehen. Die Formulierung wurde im Nationalsozialismus verwendet, um gefallene Soldaten als Helden zu verherrlichen. SpĂ€ter wird auch RenĂ© dafĂŒr wegen WiederbetĂ€tigung verurteilt.

FĂŒr die Gemeinde Langenlois ist damit eine Grenze erreicht. BĂŒrgermeister Harald Leopold (ÖVP) bringt noch im selben Jahr eine RĂ€umungsklage ein. Die Schimaneks sollen weg, endgĂŒltig. Doch die Sache zieht sich. Nach dem ersten Urteil des Bezirksgerichts Krems geht das Verfahren im JĂ€nner 2026 in die nĂ€chste Instanz. RenĂ© Schimanek, damals noch FPÖ-Stadtrat in Langenlois, legt Berufung ein. Die KĂŒndigung selbst ficht er jedoch nicht an. Stattdessen bestreitet er, jemals Mieter des Forsthauses gewesen zu sein. Im Mietvertrag aus 1991 ist noch sein Vater, Hans Jörg Schimanek senior, als Mieter eingetragen, RenĂ© Schimanek sah sich deshalb nicht als Mieter des Hauses.

Im Rathaus war man anderer Meinung. Die Gemeinde legte dem Landesgericht Krems daraufhin einen Gemeinderatsbeschluss aus den frĂŒhen 2000er-Jahren vor. Das Dokument liegt auch profil vor. Darin geht es um einen Antrag von RenĂ© Schimanek, der um die Bewilligung fĂŒr den Umbau eines angrenzenden Schuppens angesucht hatte. So sollte zusĂ€tzlicher Wohnraum von rund 12,5 Quadratmetern entstehen. RenĂ© Schimanek wird darin als „Mieter des Hauses bei der Ruine Kronsegg“ bezeichnet. Zu diesem Zeitpunkt lebte er bereits gemeinsam mit seiner Frau und seinen zwei Kindern im Forsthaus.

Das und die Vergangenheit der Familie dĂŒrften fĂŒr die Justiz ausschlaggebend gewesen sein. Am 14. Juli 2026 gibt das Landesgericht Krems dem erstinstanzlichen Urteil Folge. Schimaneks Berufung bleibt damit erfolglos. Er muss das Haus bis Mitte September verlassen. Laut dem Landesgericht Krems heißt es auf Anfrage von profil, die Gemeinde Langenlois „habe sich zu Recht auf Paragraf 1118 ABGB gestĂŒtzt, wonach ein erheblich nachteiliger Gebrauch zur Auflösung des BestandverhĂ€ltnisses berechtige“. Das Gericht begrĂŒndete seine Entscheidung damit, dass durch „die Einbringung von erheblichen Mengen an Munition und NS-Devotionalien“ und „mit darauffolgender (auch) internationaler Berichterstattung“ der „Ruf und wirtschaftliche Interessen“ der Gemeinde „massiv beeintrĂ€chtigt“ wurden. Aus diesem Grund ist „ein erheblich nachteiliger Gebrauch“ gegeben. „Auf ein Verschulden oder eine Strafbarkeit dieses Verhaltens komme es nicht an“, heißt es.

Was wird aus dem Forsthaus?

Das Urteil ist nicht rechtskrĂ€ftig, da Schimanek theoretisch noch eine außerordentliche Revision beim Obersten Gerichtshof einlegen könnte. Doch er habe bereits angekĂŒndigt, das nicht zu tun, sagt BĂŒrgermeister Leopold zu profil: „Ich nehme an, er wird sein Wort halten.“ Schimanek soll angegeben haben, bis Ende August ausgezogen zu sein. Am vergangenen Freitag sah es jedenfalls danach aus. RenĂ© Schimanek wollte auf Anfrage von profil keine Stellung dazu nehmen. Er selbst hat nach seiner Verurteilung und dem RĂŒcktritt als FPÖ-Stadtrat in Langenlois bei der Parteiakademie in Wien angedockt. Seinen Wohnort hat er fĂŒr seinen neuen Posten nicht gewechselt, er lebt weiterhin in Langenlois.

Was aus dem Forsthaus wird, ist noch offen. DarĂŒber muss der Gemeinderat entscheiden. Ideen gibt es bereits, auch Interessenten, die das Haus kĂŒnftig als Mieter beziehen wollen. Vielleicht wird aus dem Forsthaus also tatsĂ€chlich noch das, was es einmal hĂ€tte sein können: ein ganz gewöhnliches Haus. FĂŒr die Langenloiser wĂ€re das schon einiges.

Jetzt werden die Kisten hinausgetragen. Und mit ihnen könnte auch ein StĂŒck dieser Geschichte aus dem Haus verschwinden.

TAGESPROGRAMM

Was heute passieren wird

Sonnenfinsternis: Der Mond schiebt sich am Abend vor die Sonne

Heute findet in unseren Breitengraden ein außergewöhnliches und seltenes Himmelsspektakel statt: eine partielle Sonnenfinsternis. Mit einem Verfinsterungsgrad von 89 Prozent handelt es sich um die stĂ€rkste Verfinsterung der Sonne seit dem 11. August 1999. Ihr Maximum erreicht die Finsternis voraussichtlich im Sonnenuntergang, wenn die Sonne schon recht tief steht. Bitte nutzen Sie geeignete Schutzbrillen, um das Spektakel zu beobachten! 

SĂŒchtigmachende Plattformen: Prozess gegen Meta startet

In Kalifornien findet heute der erste Prozesstag gegen den Tech-Konzern Meta statt. In diesem Verfahren werfen 29 US-Bundesstaaten dem Konzern vor, illegal Daten von Kindern gesammelt, seine Plattformen sĂŒchtig machend gestaltet und die Nutzer ĂŒber deren Sicherheit getĂ€uscht zu haben.

KĂ€rntner Untersuchungsausschuss fasst BeweisbeschlĂŒsse

Der von der FPÖ initiierte KĂ€rntner Untersuchungsausschuss zum Verkauf von Landesvermögen trifft sich heute. Bei der Sitzung sollen die BeweisbeschlĂŒsse gefasst werden. Im Fokus stehen insbesondere der Verkauf des Feriendorfs am Ossiacher See sowie die Causa um das ehemalige Landesjugendheim in Görtschach. Die FPÖ vermutet einen Millionenschaden fĂŒr das Land.

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HASSPOST

„Meisterin literarischer Reportagen.... How deep can you go, Profil?“

Von Achim E. auf Facebook

ĂŒber diese Rezension ĂŒber das neue Werk von Stefanie Sargnagel →

PFLICHTLEKTÜRE

Ansturm auf Ceuta: Die Grenzen des Kanzlers

Von Max Miller

Auf den Ansturm zehntausender junger MĂ€nner auf die EU-Außengrenze in Ceuta reagierte Bundeskanzler Christian Stocker mit Spanien-Bashing. Kann der einstige VizebĂŒrgermeister von Wiener Neustadt Außenpolitik?

Mehr lesen Sie hier →


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ZAHL DES TAGES

53.437

Der ÖFB-Campus im Wiener Bezirk Donaustadt erfĂŒllt alle WĂŒnsche des Österreichische Fußballbunds (ÖFB). Nicht aber die des SPÖ-Bezirksvorstehers Ernst Nevrivy – der wollte, dass die Adresse „Fußball-Platz 1“ lautet und nicht Seestadtstraße 22. Der Bezirk investierte 53.437 Euro, damit aus der Straße ein Platz werden konnte. Warum man mit der Umbenennung dennoch scheiterte.

Mehr lesen Sie hier →

ZITAT DES TAGES

„Im VerhĂ€ltnis zu den hohen Investitionen entstehen im Rechenzentrum selbst relativ wenige dauerhafte ArbeitsplĂ€tze“

Anja Sebbesen

Wirtschaftsforscherin (Wifo)

Leopoldsdorf, Kronstorf, Nickelsdorf – in Österreich sollen etliche Rechenzentren gebaut werden. Was bringen sie dem Wirtschaftsstandort?

Mehr lesen Sie hier →

RANDOM FAKTEN

Wie die Nazis die Buchstabiertafel Ànderten

D wie Dora, N wie Nordpol, S wie Siegfried: Diese Begriffe gehen auf Eingriffe der Nazis in die deutsche Buchstabiertafel zurĂŒck. Ab 1933 ersetzten sie mehrere jĂŒdisch-biblische Namen. Aus David wurde Dora, aus Nathan Nordpol und aus Samuel Siegfried.

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