Share
Das FrĂŒhstĂŒck: Die g’scheite Unterlage fĂŒr den Tag
 â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ â€Œ

Optimiert in Browser anzeigen

Das FrĂŒhstĂŒck

Die g’scheite Unterlage fĂŒr den Tag

Guten Morgen!

Der Kanzler außer Dienst, Sebastian Kurz, trifft den Kanzler in der Warteschleife, Herbert Kickl. Zwei Stunden lang dauerte das GesprĂ€ch vor zwei Wochen im Parlament – angeblich ging es um gemeinsame VergangenheitsbewĂ€ltigung. Kurz soll sogar Fehler eingestanden haben. Vielleicht, um in eine gemeinsame Zukunft zu blicken?


Um Sebastian Kurz rascheln die RĂŒckkehrgerĂŒchte derzeit wieder lauter als sonst – und Herbert Kickl, der bereitet sich auf Neuwahlen vor.


Was also soll das bitte werden?

Schreiben Sie mir →

Heute auf der Karte

Hauptsache: Was wollte Kurz bei Kickl?

Tagesprogramm: EU-Gipfel, Ex-Gesundheitsminister unterstĂŒtzen Petition, Relaunch der ID Austria

Morgensport: Kann Österreich auch Argentinien besiegen?

Schon gehört? Clemens Pig – ein BefehlsempfĂ€nger an der ORF-Spitze?

Empfehlen Sie uns weiter oder – falls Sie neu hier sind – melden Sie sich gleich an: profil.at/fruehstueck

Anzeige

HAUPTSACHE

Geheimtreffen im Parlament: Was wollte Kurz bei Kickl?

Anna Thalhammer

Sebastian Kurz trifft Herbert Kickl im Parlament, zwei Stunden lang. Es ging um die BewĂ€ltigung der gemeinsamen Vergangenheit, wird ventiliert. Doch rund um Kurz rascheln wieder die GerĂŒchte – und Kickl bereitet sich auf Neuwahlen vor.

Es ist Mittwoch, der 3. Juni, 19 Uhr. Sebastian Kurz betritt das Parlament, ein ÖVP-Mitarbeiter sieht ihn, geht zurĂŒck in den Klub – und erwartet, dass sein Kanzler außer Dienst dort auftaucht. Aber der hohe Besuch kommt und kommt nicht. Politisches Personal ist mindestens genauso neugierig wie wir Journalisten – also beginnt man herumzufragen, wer denn hier in der ÖVP einen Termin mit Kurz habe. Es stellt sich heraus: Niemand.

Aber was macht Sebastian Kurz denn sonst im Parlament? Und wohin ist er abgebogen? Wen trifft er? Ein anderer Parlamentsmitarbeiter konnte den neugierigen Schwarzen helfen. Man habe Kurz in das BĂŒro Kickls gehen sehen – ganze zwei Stunden sei er dann dort gewesen.

Was wollte er dort? Was wurde besprochen?

GesprÀchstherapien

„Ich kann Ihnen dazu gar nichts sagen“, heißt es aus Kickls BĂŒro auf profil-Anfrage. Man wolle das nicht kommentieren. Kickl kommentierte es dann aber doch, und zwar in einer Klubsitzung, damit die Abgeordneten es nicht aus den Medien erfahren, erfuhr profil. Na gut, jetzt erfahren die Medien es von den Abgeordneten.

Die Auflösung der Koalition 2019 soll Hauptthema des GesprĂ€chs gewesen sein. Kurz habe seine GrĂŒnde dargelegt, warum er damals so agiert hat. Und er soll eingestanden haben, damals eine falsche Entscheidung aufgrund falscher Annahmen getroffen zu haben – sagt Kickl. Echt? Ein SchuldeingestĂ€ndnis? Von Sebastian Kurz? Das passt nicht wirklich zu ihm. Das war damals nĂ€mlich so: Im FrĂŒhsommer 2019 erschĂŒtterte der Skandal um das Ibiza-Video Österreich und vor allem die tĂŒrkis-blaue Koalition. Es war schnell klar: Der Protagonist des Films, FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, muss weg. Und sein Adlatus, Klubobmann Johann Gudenus, gleich mit ihm.

Die FPÖ hoffte, dass die Sache damit bereinigt sein wĂŒrde; dass die ÖVP dann bereit wĂ€re, weiter mit ihr zu regieren. Es soll auch eine derartige Vereinbarung mit den TĂŒrkisen gegeben haben – das ist zumindest das, was das Kickl-Lager bis heute behauptet.

Aber dann machte Sebastian Kurz einen taktischen Schachzug, mit dem die FPÖ nicht gerechnet hatte. Er schlug dem BundesprĂ€sidenten die Entlassung von Innenminister Herbert Kickl vor. Kickl sei zu nahe an Strache – man könne so keine lĂŒckenlose AufklĂ€rung gewĂ€hrleisten, die sich das Land aber verdient habe, argumentierte er offiziell.

Falsches Spiel

Inoffiziell war das nichts anderes als eine kontrollierte Sprengung der Regierung. Kurz wusste: Die FPÖ lag nach dem Ibiza-Skandal umfragemĂ€ĂŸig am Boden. Und er wusste: Wenn er rasch Neuwahlen anzetteln könnte, wĂŒrden viele dieser Stimmen an ihn gehen. Sein Plan ging auf (2017: 31,4%; 2019: 37,5%).

Herbert Kickl sah als gefinkelter Parteistratege, was da gespielt wurde. Er entwickelte einen regelrechten Hass auf die ÖVP und speziell auf Kurz: Dem gab er persönlich die Schuld, ihm seinen Traumjob geraubt zu haben. Kickl war glĂŒcklich gewesen: Als Innenminister konnte er die Kernthemen der FPÖ – Asyl, Migration – reiten. Polizeipferde auch. Das Haus in der Herrengasse war ihm viel wert, darum gab er sich mit der Innengestaltung besondere MĂŒhe: blaue VorhĂ€nge, blaue Teppiche, blau beleuchtete WĂ€nde. Und dann musste er plötzlich ausziehen.

Interessanterweise ist Kickls Hass auf die ÖVP zwar geblieben, aber nicht auf Kurz. In einem „Krone“-Interview sagte Kickl im Februar, dass er schon lĂ€nger wieder DrĂ€hte zum Umfeld von Kurz habe. An anderer Stelle sagte er, dass er „vertrauensbildende Maßnahmen“ fĂŒr eine kĂŒnftige Regierungsbildung setze – und dass das tĂŒrkise Lager fĂŒr ihn einer dieser GesprĂ€chspartner sei. (Könnte auch sein, dass er die schwarze ÖVP damit nur Ă€rgern will.)

Kickl sagte auch, dass er nach den Landtagswahlen im Jahr 2028 mit vorgezogenen Wahlen rechne. Dass man sich darauf schon intensiv vorbereite – und an dem sogenannten „Phönixplan“ arbeite. Ich habe vor ein paar Wochen einmal gefragt, was denn nun mit dem Plan sei. Die Erstellung dauere noch, sagte man mir. Wir halten fest: Offenbar schreibt Kickl seine Programme zumindest nicht mit ChatGPT.

ZukunftsplÀne

Aber was war das Treffen mit Kurz sonst noch? War es wirklich nur fortgesetzte GesprĂ€chstherapie zur VergangenheitsbewĂ€ltigung, wie Kickl seinen Leuten verklickert? Oder hat man doch auch gemeinsam in die Zukunft geblickt und PlĂ€ne gewĂ€lzt? Ist es nur Zufall, dass wenige Tage nach dem Treffen ein blauer Mitarbeiter an einen pinken herantrat und vorsichtig vorfĂŒhlte, welche Bedingungen man denn fĂŒr eine Mehrheitsbeschaffung habe? Und mit wem man denn da einmal vertraulich reden könne?

GerĂŒchte um Sebastian Kurz verbreiten sich in dieser Stadt immer wie ein Lauffeuer. Die These mancher geht so: Sebastian Kurz könnte sich fĂŒr das Amt des BundesprĂ€sidenten interessieren – und mit Kickl ĂŒber dessen mögliche nĂ€chste Kanzlerschaft gesprochen haben. Klingt irgendwie absurd, aber irgendwie dann auch wieder nicht, wenn man es weiterdenkt.

Klar ist: Kurz ist jetzt zwar offiziell Unternehmer, aber seine favorisierte Spielwiese ist das nicht. Er sagt selbst von sich, ein „political animal“ zu sein. Er veranstaltet Gipfeltreffen in Tirol mit hochrangigen Vertretern aus Wirtschaft und Politik. Er grĂŒndet einen Thinktank, der international sein soll und im Herbst seine Arbeit aufnehmen soll. Solche Konstrukte sind oft klassische Vorbereitungsarbeit fĂŒr ein Politcomeback. Aber als was? Mit wem? Der ÖVP, oder einer eigenen „Bewegung“?

Irgendetwas ist im Busch, auch wenn im Umfeld von Kurz kalmiert und milde lĂ€chelnd von wilden GerĂŒchten gesprochen wird – so wie das immer ist, bevor etwas aufschlĂ€gt.

Im BĂŒro von Kurz wollte man das Treffen mit Kickl ĂŒbrigens nicht bestĂ€tigen und fĂŒgte hinzu, dass man jedwede Treffen prinzipiell nicht bestĂ€tige. Aber man könne sagen, dass Kurz regelmĂ€ĂŸig Politiker und ehemalige Politiker trifft. Zum Austausch. Wir Journalisten verstehen so etwas als BestĂ€tigung.

Apropos: Schon bald soll es News zu seinem Unternehmen geben, hört man rascheln. Angeblich ist es wichtig.

Ist sich fĂŒr diesen Newsletter nicht ausgegangen, aber wir bleiben dran. 

Apropos: Heute erscheint eine neue Folge unseres Investigativpodcasts „Nicht zu fassen“ – der ORF. Wir reflektieren die Wahl, was hinter den Kulissen passiert ist – und wer es sich wie gerichtet hat, oder es sich noch richten wird. Es ist wirklich nicht zu fassen! Abonnieren Sie gerne unseren Kanal!

TAGESPROGRAMM

Was heute passieren wird

Ukraine und Budget: Stocker bei EU-Gipfel in BrĂŒssel

Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) macht sich auf den Weg zum Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs heute und am Freitag in BrĂŒssel. Im Zentrum steht ein weiteres Mal die Ukraine, ein Austausch mit dem ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj ist vorgesehen. Dabei wird es wohl auch ĂŒber die EU-Beitrittsverhandlungen gehen. Ein weiterer Schwerpunkt des Gipfels wird ein erster Austausch auf Chefebene ĂŒber konkrete Zahlen fĂŒr das nĂ€chste EU-Mehrjahresbudget sein.

Ehemalige Gesundheitsminister unterstĂŒtzen Petition fĂŒr bessere PAIS- und ME/CFS-Versorgung 

Die ehemaligen Gesundheitsminister und -ministerinnen Rudolf Anschober, Andrea Kdolsky, Johannes Rauch und Maria Rauch-Kallat unterstĂŒtzen gemeinsam eine Petition fĂŒr die Verbesserung der Patientenversorgung bei Postakuten Infektionssyndromen (PAIS) und Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronische Fatigue-Syndromen (ME/CFS). Heute geben sie dazu im Namen der WE&ME Foundation gemeinsam eine Pressekonferenz. Sie weisen auf die mangelnde Umsetzung des ursprĂŒnglichen Aktionsplans aus dem Jahr 2024 hin und zeigen die Folgen fĂŒr Betroffene und deren Angehörige auf.

Relaunch der ID Austria: StaatssekretÀr informiert

Im Rahmen einer Pressekonferenz stellt DigitalisierungsstaatssekretĂ€r Alexander Pröll (ÖVP) heute den KI-Chatbot der ID Austria sowie weitere Maßnahmen zum Ausbau der digitalen Infrastruktur vor. Der Chatbot soll die Bedienung der ID Austria leichter machen.

Anzeige

MORGENSPORT

Das WM-Tippspiel

Tippen Sie richtig und gewinnen Sie tolle Preise*! 

Gegen Jordanien hat's geklappt. Aber wer gewinnt am Montag im Match gegen Argentinien?

Argentinien

Österreich

* Unter Teilnehmern und Teilnehmerinnen, die richtig tippten, wird unter anderem ein Gutschein ĂŒber € 400 fĂŒr Konsumationen im Schweizerhaus Wien, gĂŒltig bis 31.10.2026, verlost. Die Barauszahlung ist ausgeschlossen, auch von nicht konsumierten TeilbetrĂ€gen. Der Gutschein ist fĂŒr den Gewinner oder die Gewinnerin persönlich und nicht ĂŒbertragbar. Bei Verlust besteht kein Ersatzanspruch. Außerdem gibt es zwei E-Scooter und zehn vierwöchige profil-Abos zu gewinnen

PFLICHTLEKTÜRE

Alkofahrten von Politikern: Die wenigsten treten zurĂŒck

Von Maria Prchal

Politik ist nicht immer eine trockene Angelegenheit. Vom Sektempfang bis zum Bieranstich kann es ganz schön flĂŒssig werden. Wer danach ins Auto steigt, verliert vielleicht seinen FĂŒhrerschein. Aber nur in den seltensten FĂ€llen sein Mandat.

Mehr lesen Sie hier →


SCHON GEHÖRT?

Clemens Pig – ein BefehlsempfĂ€nger an der ORF-Spitze?

Der bisherige APA-GeschĂ€ftsfĂŒhrer wurde zum nĂ€chsten ORF-Generaldirektor bestellt – auf ÖVP-Wunsch und von SPÖ-Gnaden. Kritiker sprechen von einer „Farce“ und einem „abgekarteten Spiel“. In der dritten Folge des Podcast enthĂŒllen wir die schwarz-roten Regieanweisungen, Finten und Taschenspielertricks, die Pigs Wahl gewĂ€hrleisteten. Und wann fĂŒr den neuen ORF-Chef der RĂŒckzahltag kommt.

Zum Podcast →

Anzeige

ZAHL DES TAGES

250

Die USA feiern ihren 250. UnabhĂ€ngigkeitstag. PrĂ€sident Donald Trump hat jede Menge Ideen dafĂŒr. Im Zentrum steht dabei fast immer: Donald Trump.

Mehr lesen Sie hier →

RANDOM FAKTEN

WM-Spezial

LegendÀres Stadion in 2300 Metern Seehöhe

Auf 2300 Metern Seehöhe liegt das Azteken-Stadion von Mexico City , in dem etwa das Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und SĂŒdadfrika stattfand. Heute rauchen die meisten Spieler nicht mehr, daher fĂ€llt die Höhe nicht mehr so ins Gewicht wie noch bei der WM 1986. DafĂŒr durften damals noch mehr als 110.000 Menschen ins Stadion. Heuer sind es rund 90.000.

Darf’s ein bisserl mehr sein?

Hat’s geschmeckt? Mit einem Abo unterstĂŒtzen Sie die Arbeit der Redaktion.

Wie hat Ihnen dieser Newsletter gefallen?

gut

okay

schlecht

Sie haben Lob, Kritik oder VorschlÀge?

Schreiben Sie an fruehstueck@profil.at → 

Zur Newsletter-Übersicht

Newsletter verwalten

Abmelden

Profil Redaktion GmbH , Leopold-Ungar-Platz 1, 1190 Wien, Austria

Impressum | ANB